Vorläufiges Programm der Jahrestagung (Planungsstand: September 2021)

 

„Coaching wirkt?!“ – Jahrestagung der DGfC 2022 Kloster Drübeck

 

Samstagvormittag, 11. März 2022 | 9.30 bis 12.30 Uhr

  • 9.30 Uhr: Eröffnung der Jahrestagung, Joining der Teilnehmer*innen und kreativer Impuls
  • Pause
  • 10.30 Uhr: Impulsvortrag von Prof. Dr. Carsten C. Schermuly zum Thema „Wirkfaktoren für positive Wirkungen von Coaching unter besonderer Berücksichtigung der Prozessvariablen“
  • Pause
  • 11.30 Uhr: Moderierter Fishbowle mit erfahrenen Coachees, mit Entscheider*innen in Organisationen wie auch mit Kolleg*innen, die besondere Expertise zu einzelnen Wirkfaktoren entwickelt haben mit Rückmeldungen und Fragen aus dem Plenum

Mittagspause von 12.30 bis 14.30 Uhr

Samstagnachmittag, 12. März 2022 | von 14.30 bis 18.30 Uhr

  • 14.30 Uhr: Plenum | kurze Einführung in die 8 moderierten Diskursräume zu Wirkfaktoren (nach Greif und Schermuly), die einen Coachingprozess positiv beeinflussen können
  • 15.00 – 18.00 Uhr: 8 Diskursräume WIRKUNGEN VON COACHING IM DIALOG

 

Diskursraum 1: „Gestaltung der Beziehung zwischen Coach und Klient“

Wie gestalte ich als Coach die Beziehung zu meinem Coachee so, dass sie förderlich für ihr/sein Vorhaben ist?

„Die Beziehungsqualität wird manchmal auch Arbeitsbündnis genannt. Sie hat schon früh in der Coachingforschung Aufmerksamt erhalten. Das liegt wohl daran, dass man positive Effekte der Beziehungsqualität in anderen dyadischen Beziehungen bereits nachweisen konnte. (…) Die Beziehungsqualität zwischen Coach und Klient ist eine sehr wichtige Prozessvariable. Sie beeinflusst nicht nur den Coachingerfolg, sondern kann auch negative Nebenwirkungen abmildern. Sie kann durch Empathie, aber auch nonverbales Verhalten (z.B. Mimikryverhalten) des Coachs erhöht werden.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 2: „Wertschätzung und emotionale Unterstützung des Klienten durch den Coach“

Wie gelingt es mir als Coach authentisch, meine Empathie gegenüber meiner/meinem Coachee zu zeigen?

„Unter Wertschätzung wird die positive Aufmerksamkeit und Beachtung einer Person verstanden. Wertschätzung bedeutet, den Wert des Gegenübers zu achten (…). Eigentlich würde das Wort ‚Wertachtung‘ besser passen, denn der Wert des Gegenübers wird weniger geschätzt, sondern eher geachtet.“ (Schermuly)

„Emotionale Unterstützung bedeutet, dass der Coach seine eigenen Emotionen nutzt, um den Klienten zu stärken. (…) Die vollständige emotionale Abstinenz halte ich in einem Coaching für nicht sinnvoll. Coaching ist keine Psychoanalyse auf dem Stand der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 3: „Anregung von Gefühlen (Affektaktivierung)“

Wie rege ich als Coach den Kontakt zu eigenen Gefühlen der/des Coachee an und was beachte ich dabei?

Durch die Anregung von Gefühlen können wichtige „Anstöße für die Selbstreflexion der Klient/innen über ihre Bedürfnisse und Motive sowie die spätere Zielklärung“ gewonnen werden. (S.) Greif geht von einer Art kathartischen Wirkung aus. (…) Wenn Coaches negative Gefühle anregen, dann müssen sie das, was sie dort gezielt anregen, auch gemeinsam mit den Klienten bewältigen können. Wer Schubladen öffnet, der muss sie auch wieder schließen können.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 4: „Erweiterung von Blickwinkeln in Problemanalysen“

Wie nehme ich das Problem / die Probleme meiner/meines Coachee ernst, ohne in der Problemorientierung zu verharren?

Die Problemanalyse und die daraus resultierende Zielentwicklung genießen eine besondere Prominenz im Coachingprozess. „Bei der Problemanalyse motivieren die Coaches die Klienten dazu, ein Problem oder eine Situation systematisch (aus verschiedenen Perspektiven) zu betrachten. Es wird eine Analyse angestoßen, die zu einer Neubewertung der Situation führen soll. Häufig wird dabei die Ist-Situation mit der Soll-Situation verglichen. Dann wird gemeinsam reflektiert, wie die Ist-Situation in die Soll-Situation überführt werden soll.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 5: „Förderung der ergebnisorientierten Selbstreflexion“

Wie rege ich das Nachdenken und Nachspüren über sich selbst bei meiner/einem Coachee an und wozu soll das führen?

„Die Selbstreflexion ist wie die Problemanalyse ein wesentlicher Bestandteil eines Coachings. Problembearbeitung und Selbstreflexion sind wie Schwestern: Sie unterscheiden sich, aber sie sind auch eng verwandt miteinander und sie treten häufig gemeinsam auf. Denn das Nachdenken über ein Problem kann auch zu einem Nachdenken über sich selbst führen. Während bei der Problemanalyse eine Problemreflexion stattfindet, regt der Coach bei der Selbstreflexion das Nachdenken und Nachfühlen der Klienten über sich selbst an. Coaching führt so zur Selbstkenntnis.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 6: „Zielorientierung und Zielklärung im Fokus“

Wie motiviere ich als Coach eine herausfordernde und spezifische Zielfindung zu Beginn eines Coachingprozesses und wie flexibel bin ich dann im Verlauf des Prozesses?

Gut formulierte Ziele können den Coachingprozess positiv beeinflussen. „Dennoch gibt es immer wieder Coachings, in denen es aufgrund der Thematik entweder schwierig oder nicht sinnvoll ist, mit präzisen Zielformulierungen zu arbeiten (Greif 2015). Auch ist Coaching ein dynamischer Prozess. Ziele, die noch am Anfang als lohnenswert festgelegt wurden, können in der Mitte des Coachings als nutzlos erscheinen. Hier benötigt der Coach viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 7: „Ressourcenaktivierung“

Nach welchen internen und externen Ressourcen suche ich gemeinsam mit meiner/meinem Coachee und wie nachhaltig kann das sein?

„Aufgabe eines Coachs ist es nach Greif, den Fokus des Coachings auf die (internen und externen) Ressourcen zu legen. Die Ressourcen sollen erkannt und aktiviert werden, sodass sie aktiv genutzt werden können. Das führt zu einer emotionalen Entlastung und spendet Sicherheit. Stresssituationen werden als weniger gefährlich erlebt, wenn Ressourcen wahrgenommen werden, um sie zu bewältigen. Ziel ist es, Ressourcen für die Klienten zuerst sichtbar, dann erlebbar und im letzten Schritt nutzbar zu machen.“ (Schermuly)

 

Diskursraum 8: „Förderung der Umsetzungsunterstützung“

Welche Handhabe nutze ich, meine/meinen Coachee bei der Umsetzung von Vorhaben zu unterstützen?

„Bei diesem Wirkfaktor geht es um den Transfer des Gelernten in die berufliche Realität des Klienten. (…) Es ist schön, wenn sich Klienten und Coaches nett unterhalten. Aber das Ziel ist es in der Regel, dass sich das berufliche Handeln durch das Coaching verändert. (…) Coaches können (also) auf verschiedene Weisen den Transfer unterstützen. Sie sollten gemeinsam mit den Klienten möglichst konkrete, das heißt verhaltensnahe Lösungen für die Bewältigung des Problems entwickeln.“ (Schermuly)

 

  • 18.00 Uhr: Impuls im Plenum

Abendessen von 18.30 bis 19.30 Uhr 

  • 20.00 Uhr: 20 Jahre DGfC (interaktiver Festakt und Zeit für Geselligkeit)

 

Sonntagvormittag, 13. März 2022 | von 9.30 bis 12.30 Uhr

  • 09.30 Uhr: Plenum mit Themeninseln: „Coaching in Zukunft“Wie wirkt Coaching? Impulse aus den Diskursräumen
    Reflexionen in Gruppen zum Bezug der Wirkungsforschung für die eigene Praxis als Coach, Lehrcoach, WeiterbildnerIn oder als aktives Mitglied in der DGfC:
    – Was nehme ich mit für mich persönlich?
    – Was nehme ich mit für meine Coaching-Praxis?
    – Was nehme ich mit für die DGfC-Verbandsarbeit?
  • 11.30 Uhr: Feedback und Verabschiedung

Gelegenheit zum Mittagessen von 12.30 bis 13.30 Uhr

Einladung zur Jahrestagung
Forum Coaching und Mitgliederversammlung
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